Handwerk lobt politische Reaktionen auf Finanzkrise und fordert weitere Schritte
Hessischer Handwerkstag im Gespräch mit FDP-Vertretern
Wiesbaden (15. Januar 2010) . In einem Kontaktgespräch zwischen dem Hessischen Handwerkstag (HHT) und dem wirtschaftspolitischen Sprecher der FDP Fraktion im Hessischen Landtag Jürgen Lenders, an dem auch der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Hans-Joachim Otto MdB, teilnahm, präsentierten die Vertreter des Handwerks ihre Vorstellungen, wie die Politik von Bund und Land auf die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise reagieren sollte.
Viel Lob gab es von HHT-Präsident Ehinger für die laufenden Konjunkturprogramme, die Erleichterungen der Vergaberichtlinien sowie die Einführung der Ist-Versteuerung bei der Mehrwertsteuer: “Wenn jetzt noch mit einer zügigen Realisierung des angekündigten ‘Fonds’ die akute Liquiditätsklemme u.a. der Handwerksbetriebe angegangen wird, sind wir zufrieden.” Der Fonds wäre ein geeignetes Instrument, um in der Finanzkrise die Eigenkapitalbasis kleiner und mittlerer Handwerksbetriebe zu stärken.
Staatsekretär Otto zeigte sich erfreut, dass die getroffenen Maßnahmen zielgenau erreicht hätten, dass der Wirtschafts- und Gesellschaftsbereich Handwerk sich in der Krise als stabilisierender Faktor bewähren konnte: „Das hessische Handwerk steht solide da; die Betriebe werden ihrer Verantwortung für Beschäftigte und Auszubildende gerecht. Mittlerweile sind viele Handwerksbetriebe zu modernen Dienstleistern geworden, die eine zentrale Stellung in der Wertschöpfungskette einnehmen. Diesen Wandel unterstützen wir mit zielgerichteten Programmen der Bundesregierung.“
Sehr interessiert zeigten sich die FDP-Politiker an den sichtbaren negativen Auswirkungen der Novellierung der Handwerksordnung von 2004. Es bestand Übereinstimmung, dass die Meisterausbildung ein ausgezeichnetes Kennzeichen ist, mit dem sich qualifizierte Handwerksbetriebe im Markt hervorheben können. Lenders: “Es muss den Kunden noch deutlicher gemacht werden, dass der Meistertitel im Handwerk ein besonderes Gütesiegel ist. Der Meister steht nicht nur für handwerkliche Qualität, sonder auch für die Fähigkeit, junge Menschen auszubilden und ein Unternehmen zu führen. Gerade vor dem drohenden Fachkräftemangel kommt den Meisterbetrieben als Ausbildungsstätte eine besondere Bedeutung zu.“
Diskutiert wurde zwischen Handwerks- und FDP-Vertretern auch die Frage einer Veränderung des kommunalen Wirtschaftsrechts in Hessen. Das Handwerk sieht sich hier weiter einem unfairen Wettbewerb durch die Kommunen ausgesetzt, dem nur durch eine Verschärfung der Gemeindeordnung begegnet werden könne.
Weitere interessante Beiträge:
















