Weben – ein altes Handwerk für sich entdecken

An das Handwerk Weben erinnern alte Webstühle in Heimatmuseen und Webarbeiten nach dem Krieg mit selbst versponnener Schafwolle.

Auch das Weben im Handarbeits-Unterricht in der Schule und im Kindergarten. Nicht zuletzt das beliebte Mädchengeschenk „Schulwebrahmen“. Alle haben dazu beigetragen, dass mit dem „Handwerk Weben“ eine veraltete Technik und oft Frust-Gedanken aus der Kindheit verbunden sind.

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Zwischen einem großen Webstuhl im Heimatmuseum und dem Schulwebrahmen gibt es jedoch eine breite Palette von Webarbeiten. Sie können auf kleineren und grösseren Webrahmen mit effektiver und einfacher Technik mit modernen und farbenfreudigen Materialien hergestellt werden. (Foto: krolak / Pixabay)

Für einen solchen Webrahmen als Handarbeitsgerät findet sich auch in einer Wohnung Platz und bei Nichtgebrauch kann er zusammengelegt werden und in Schrank oder Regal seinen Platz finden.

Boom in den 80er Jahren

Die Öko-Bewegung in den 80er Jahren hatte dazu beigetragen, dass in dieser Zeit das alte Handwerk ausgekramt und Spinn- und Webkurse beliebt waren. In diesen Jahren hat man Naturmaterialien und Naturfarben bevorzugt. Webarbeiten aus dieser Zeit hatten einen „Öko-Touch“ und wirken heute auf viele Menschen teilweise langweilig und fade.

Es gab aber auch Gruppen, die über viele Jahre dem Hobby Weben treublieben und zeitangepasst moderne, farbenfreudige Arbeiten herstellten. Mit dem Verschwinden vieler „Wollläden“ liess der Handarbeitstrend mit Fasern und Fäden jedoch auch nach.

Heute finden wir für solche Handarbeiten wieder viele interessante Materialien, rein Natur oder mit synthetischen Fasern. Die Möglichkeiten, damit individuelle Arbeiten herzustellen, sind sehr vielfältig.

Weben – Angebot der Kreisvolkshochschule Gießen in Heuchelheim

Dies gilt auch für das Weben mit Handwebrahmen, in diesem Semester erstmals wieder in der Kreisvolkshochschule Gießen angeboten. Der Kurs findet in den Räumen der KVHS im alten Rathaus in Heuchelheim statt.

An einem Einführungsabend wird über die Technik des Webens auf Rahmen informiert und verschiedene Arbeiten und Materialien vorgestellt. Am darauffolgenden Wochenende kann dann begonnen werden, Kettfäden auf den Webrahmen zu spannen und bei Interesse wird der Kurs wöchentlich freitags stattfinden.

Den TeilnehmerInnen werden Webrahmen zur Verfügung gestellt und ausgeliehen. Materialien zum Anfang können erworben und eigene Wollreste eingewebt werden.

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Für einen kleinen Webrahmen (zusammengelegt) ist sogar in einer Ecke Platz. (Foto: Hanni Bepler-Klein)

In diesem Grundkurs geht es darum, den Umgang mit den Webrahmen kennenzulernen, verschiedene Webtechniken auszuprobieren und mit unterschiedlichsten Materialien und Farben zu experimentieren.

Der Kurs wird von Frau Bepler-Klein angeleitet, die vom Weben seit der Schulzeit fasziniert ist. In etlichen Kursen und autodidaktisch hat sie Handweben erlernt und angewendet. Ihr Anliegen ist es, das Interesse an diesem alten Handwerk zu wecken und in Einklang mit der heutigen Zeit zu bringen.

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